Wer im Dorfe oder Stadt
einen Nachbarn wohnen hat,
der ist manchmal am Verzagen,
und er möcht' am liebsten klagen.
Hier ist die Musik zu laut,
dort wer auf die Pauke haut,
bei dem Einen stört der Dreck,
da soll eine Hecke weg,
immer ist der Ärger groß.
Mit bösen Worten geht es los,
und wenn dann die Fetzen fliegen
denkt man: »Wart, dich werd ich kriegen!«
Hat man irgendwas erworben,
was zu Hause dann verdorben
und der Händler will's nicht wechseln
es ist gar nichts mehr zu drechseln,
dann zieht man vor ein Gericht.
Bedenke aber, schnell geht es nicht, |
lange dauern die Verfahren
mancher wartet schon seit Jahren
bis ein Richter was entscheidet
so lange nun der Kläger leidet
und an ihm der Ärger frisst.
Grollend fährt er in die Kist.
Und wenn dann die Kosten kommen,
fühlt man sich angstbeklommen.
Aber halt! Das muss nicht sein,
schaltet man den Schiedsmann* ein.
Der spricht mit diesem und mit jenem,
versucht die Streiter zu versöhnen.
Das dann geschrieb'ne Protokoll
hat Rechtskraft, ja, ist das nicht toll?
Die Kosten sind auch sehr erträglich,
Versöhnungsfeste werden möglich.
Vergangen ist der Lärm und Streit,
man lebt nun wieder voller Freud'.
* Es kann auch eine Schiedsfrau sein! |